„Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ auf dem Schloss Moritzburg

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Die Geschichte von Aschenbrödel und ihrem gläsernen Schuh ist beinahe legendär. Ich erinnere mich gut an die verschneiten, kalten Wintertage, die ich damit verbrachte, den tschechisch-deutschen Film zu schauen.

Umso verwunderlicher ist es, dass ich mir bisher die dazugehörige Ausstellung „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ im Schloss Moritzburg entgehen ließ.

Prunkvolle Säle und eine einzigartige Atmosphäre im Schloss Moritzburg

Mmit einer guten Freundin trete ich die winterliche Reise zum Schloss Moritzburg, das unweit von Dresden liegt, an. Hier, an einem der originalen Drehorte des Films, wollen wir uns die Requisiten und Kulissen unseres Lieblingsmärchens genauer anschauen.

Bereits von außen betrachtet ist das barocke Jagdschloss ein Blickfang. Es ragt in der von schneebedeckten Landschaft hervor und sieht mit seinen runden Kuppeln und den darauf thronenden Giebeln sehr prunkvoll und edel aus. „Das wäre doch ein ideales Domizil für den eigenen Lebensabend, hm?“, scherzt Nicole, die mich begleitet. Doch das Äußere ist nichts im Vergleich, was uns im Inneren des Schlosses erwartet. Alles ist geprägt von Romantik und Liebe, das ganze Schloss steht im Zeichen der märchenhaften Geschichte von Aschenbrödel und dem Prinzen.

Wir bekommen auf über 500 Quadratmetern einen umfangreichen Eindruck von der Entstehung des Films. In einem Raum sehen wir beispielsweise die wunderbaren Kostüme der Hautdarsteller, die sie während der Szenen auf dem Ball trugen. Auch den goldenen Thron bekommen wir zu sehen, auf dem das Königspaar Platz genommen hat. Selbst eine Pferdekutsche gibt es auf der Ausstellung – inklusive Pferdeattrappen. „Sie sehen ja beinahe so aus wie echte Pferde“, schwärmt Nicole bei unserem Rundgang. Ein paar Meter weiter gibt es sogar einen Film zu sehen, der uns mehr über die Geschichte des Schimmels erzählt.

Aschenbroedel vor dem Schloss Moritzburg.

Aschenbroedel vor dem Schloss Moritzburg. (#01)

Steinsaal als besonderer Glanzpunkt in der „Aschenbrödel“ Ausstellung auf dem Schloss Moritzburg

Ich freue mich ganz besonders, dass sich die Museumspädagogen entschieden haben, den Steinsaal erneut in den Ausstellungsrundgang aufzunehmen. Wäre ich vor ein oder zwei Jahren hier gewesen, hätte ich ihn nicht gesehen. Hier haben wir sogar die Möglichkeit, einmal im Leben eine echte Prinzessin zu sein – und nehmen diese kostbare Erinnerung gern mit. Wir kleiden uns in entsprechende Kostüme und dürfen sogar ein Erinnerungsfoto aufnehmen.

Auf unserem weiteren Rundgang kommen wir an der Küche der bösen Stiefmutter vorbei – die Erinnerungen an die Schikanen, die Aschenbrödel ertragen musste, werden hier wieder lebendig. Anschließend haben wir etwas Ähnliches im Sinn wie der Prinz: Wir suchen den gläsernen Schuh und finden ihn als Nachbildung des Originals vor dem Schloss auf einer lilafarbenen Vitrine liebevoll in Szene gesetzt. „Na, möchtest du meine Gemahlin sein?“, fragt mich Nicole, die an der Außentreppe den Prinzen nachspielt und versucht, meinen Fuß in den gläsernen Schuh zu stecken – leider ohne Erfolg.

Video: Tanzen wie Aschenbrödel | Märchen. Drama. Abenteuer. | Schlösserland Sachsen

Kino und interaktive Szenen im Schloss Moritzburg

Nachdem wir uns alle Ausstellungsräume angesehen haben, warten sogar zusätzliche Veranstaltungen auf uns. Eine Sängerin ist beispielsweise zu Gast, um uns etwas über die nordische Geschichte von den Eisblumen zu erzählen. Als krönender Abschluss darf natürlich der Film nicht fehlen – den wir uns in hoch oben im Schlossturm in einem kleinen Kino anschauen.

„Zum Glück haben wir noch Karten bekommen, das ist ja alles immer so schnell ausverkauft“, sage ich zu Nicole. Leider haben wir allerdings keine Gelegenheit, selbst ein Teil des Märchens zu werden: Die interaktiven Veranstaltungen, in denen Kinder und Erwachsene selbst ein Teil des Films werden können, sind bereits ausgebucht.

Als wir uns nach einem langen Tag auf den Heimweg machen, denke ich noch lange über die Ausstellung nach – und merke, dass das Märchen seit meiner Kindheit nichts von seiner Faszination verloren hat.


Bildnachweis: ©Schloesserland-Sachsen.de

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Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

2 Kommentare

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    Hallo

    Seit ihr auch ein Fan von: Drei Haselnüsse für Aschenbrödel. An jedem Weihnachten ist das Pflichtprogramm.

    Seit ich diesen Beitrag entdeckt und gelesen habe ist für mich klar, dass ich unbedingt mal in dieses Schloss muss. Es hört sich so wundervoll an, denke da wird mir an Weihnachten 2021 das Märchen auf dem Fernseher noch viel mehr Freude bereiten.

    Hoffe die Pforten des Schlosses öffnen sich bald wieder.

  2. Avatar

    Hallo Sina

    Ich war da schon einmal. Du weiß schon, dass man auf dem Schloss auch heiraten kann, auch Ferienwohnungen stehen zur Verfügung. Du müsstest dich also nicht sofort nach der Besichtigung verabschieden sondern könntest ( sobald es Corona zulässt) auch dort übernachten.

    Ich muss gestehen ich wusste das damals noch nicht, sonst hätte ich garantiert meinen Mann bequatscht ein paar Tage dort zu übernachten.

    Viel Spaß wünsche ich dir auf jeden Fall

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