Im Projekt monopol491 bewahrt die wbg Nürnberg bewusst das Gebäude der ehemaligen Bundesmonopolverwaltung für Branntwein als Zeugnis der Industriegeschichte. Im Rahmen eines Kunst-am-Bau-Wettbewerbs wurden Künstler ausgewählt, die historische Bauteile wie Stahlrohre, Signalleuchten und Ventilkomponenten kreativ adaptieren. Unter dem Leitgedanken „Geschichte bleibt“ entstehen daraus farbige Köpfe, gestreckte Wuchsformen und Embleme, die das industrielle Erbe anschaulich machen und zugleich einen zeitgemäßen Gestaltungsbeitrag zum neuen Wohnquartier leisten. Sie fördern Identifikation, Orientierung kulturellen Austausch.
Inhaltsverzeichnis: Das erwartet Sie in diesem Artikel
Rückbau und Bewahrung: wbg Nürnberg schafft neues sowie historisches
Im Zuge eines groß angelegten Rückbaus wurden die alten Industriehallen weitgehend abgebrochen, um großzügige Wohnflächen zu ermöglichen. Der Rat der Bürger hatte früh versichert, historische Bezüge zu bewahren. Die wbg Nürnberg reagierte darauf, indem sie das zentrale Bestandsgebäude stehen ließ und es als Symbol der Vergangenheit in das städtebauliche Konzept einbezog. Es fungiert heute als Schnittstelle zwischen Denkmalpflege und moderner Wohnraumentwicklung und bereichert das Quartier mit sichtbarer kultureller Tiefe.
Ausgewählt: fünf Künstler verarbeiten historische Relikte der Brennweinverwaltung neu
Im Vorfeld des Kunstprojekts wurde ein eingeladener Wettbewerb initiiert, bei dem der Beirat für Bildende Kunst der Stadt Nürnberg, der Berufsverband Bildender Künstlerinnen und Künstler Mittelfranken e. V. sowie eine unabhängige Fachjury gemeinsam die Auswahl vornahmen. Ralf Schekira, Geschäftsführer der wbg Nürnberg, beteiligte sich als sachverständiger Sachpreisrichter. Im Fokus lag die Suche nach fünf Gestalterinnen und Gestaltern, die historische Baurelikte der ehemaligen Brennweinverwaltung innovativ weiterverarbeiten und kreativ in das Quartier integrieren.
Jury lobt identitätsstiftende Wirkung der Kunstwerke Schnell und Drechsel
In einem eingeladenen Wettbewerb vergaben Experten des BBK sowie städtische Kulturvertreter den ersten Preis an Karl Schnell und Klaus-Leo Drechsel. Ihr Beitrag „Bunte Köpfe Stahl Gewächse“ setzte historische Einzelteile der ehemaligen Bundesmonopolverwaltung innovativ in Szene. Rohre formen heute Embleme, Leuchten entwickeln sich zu pflanzlichen Figuren. Die Jury lobte das Konzept als überzeugenden Beitrag zum Leitgedanken „Geschichte bleibt“ und betonte die integrative Wirkung im Viertel. Der Preis würdigt gestalterische historische Sensibilität.
Bunte Köpfe aus Funkensicherungen schaffen überraschende urbane zeitgenössische Ästhetik
Mit künstlerischem Feingefühl ordnen Schnell und Drechsel Metallrohre zu einem imposanten Emblem. Warnleuchten und Absperrschieber wandeln sie in abstrahierte, skulpturale Pflanzen um, die technische Elemente in organische Formen überführen. Funkensprühsicherungen verwandeln sie zu farbenfrohen Köpfen, die Dynamik und Lebendigkeit ausstrahlen. Die drei eigenständigen Skulpturen formen ein Ensemble, das Industrietradition bewahrt und einen zeitgenössischen Dialog mit der Architektur sowie den Bewohnern des Quartiers eingeht. Sie schaffen Identität, fördern Austausch, beleben Nachbarschaft.
DNA der wbg Nürnberg umfasst Kunstförderung und städtebauliche Impulse
Mit Nachdruck verwies Kulturbürgermeisterin Julia Lehner auf die langjährige, kontinuierliche Förderung von Kunstprojekten durch die wbg Nürnberg als festen Bestandteil der strategischen Ausrichtung. Daniel F. Ulrich, Planungs- und Baureferent, erläuterte die Bedeutung von Kunst am Bau für die Schaffung unverwechselbarer Quartiersidentitäten und die Verbesserung urbaner Lebensräume. Beide unterstrichen, dass künstlerische Eingriffe selbst in schwierigen Planungsszenarien essenzielle Impulse setzen, soziale Begegnungen fördern und nachhaltige Werte innerhalb der Nachbarschaft etablieren.
Erste Bauphase abgeschlossen: Broschüre dokumentiert detailliert Kunstwerkehistorie und Hintergründe
Zum Abschluss des ersten Bauabschnitts hat die wbg Nürnberg Publikation herausgebracht, die den Verlauf der Planungs- und Realisierungsphasen von „Bunte Köpfe Stahl Gewächse“ dokumentiert. Die Broschüre kombiniert erläuternde Texte mit Zeitplänen, Materialtabellen und Abbildungen der einzelnen Arbeitsschritte. Interviews mit beteiligten Künstlern runden das Angebot ab. Interessierte können das Heft über die Unternehmenskommunikation der wbg Nürnberg beziehen, um Informationen zur künstlerischen Idee, technischen Umsetzung und historischen Bedeutung der Werke zu erhalten.
Mit dem Kunst-am-Bau-Projekt „Bunte Köpfe Stahl Gewächse“ erschafft die wbg Nürnberg im Wohnquartier monopol491 ein innovatives Bindeglied zwischen moderner Wohnnutzung und industriellem Erbe. Durch den gezielten Einsatz wiedergewonnener Architekturteile als Ausgangsmaterial für künstlerische Skulpturen wird die historische Bedeutung lebendig erhalten und zugleich ein neuartiger Stadtraum gestaltet. Diese Interventionen steigern die Wohnqualität, verleihen dem Quartier eine charakteristische Atmosphäre und tragen nachhaltig zur Attraktivität und Identitätsbildung bei. Es schafft kulturelle Dialoge, Vernetzung.

