Otto-Greis-Ausstellung im Palais Leopold

12.10.2006 | München
Ausgewählte Werke aus dem Nachlass des Künstlers Otto Greis zeigt der Lebensversicherer Swiss Life. Im ersten Stock des historischen Stammsitzes in der Leopoldstraße 10 in München können Besucher Werke aus allen Schaffensperioden des Künstlers besichtigen. Die kostenfreie Ausstellung ist immer mittwochs von 16:30 bis 19:00 Uhr geöffnet.

Die Ausstellung "Otto Greis: Farbe und Raum - Arbeiten von 1946 bis 2001" ist nach den Ausstellungen mit Bildern von Fritz Winter, Gerhard Fietz und Heinz Kreutz das nächste große künstlerische Projekt des Versicherungsunternehmens im Palais Leopold. Mit Otto Greis präsentiert Swiss Life einen weiteren bedeutenden Künstler der Nachkriegszeit.

Der 1913 in Frankfurt geborene Otto Greis studierte zunächst Maschinenbau, gab jedoch 1933 sein Ingenieurstudium zugunsten der Malerei auf. Der Zeitpunkt für eine künstlerische Ausbildung war denkbar ungünstig. Es herrschte ein Klima voller Unruhe und Denunziation. Während seiner Ausbildung von 1934 bis 1938 war Greis weitgehend auf sich selbst gestellt. Unterbrochen wurde sein künstlerisches Schaffen durch die Einberufung zum Kriegsdienst von 1940 bis 1944. Erst nach Kriegsende wurde das malerische Werk von Otto Greis fassbar. Ab dann setze eine konsequente Entwicklung ein, die vor allem durch die Begegnung mit Ernst Wilhelm Nay ausgelöst wurde. Dennoch fand Greis zu anderen bildnerischen Lösungen. Bereits 1949 zog er sich von Nay zurück, da dieser seine Malweise vollkommen änderte. Fortan malte Greis für sich. Dies war die Zeit eines weiteren entscheidenden Umbruchs. Im Dezember 1952 folgte eine Gruppenausstellung in der Frankfurter Zimmergalerie von Klaus Franck. In dieser Ausstellung präsentierten Karl Otto Götz, Heinz Kreutz, Bernhard Schultze und Otto Greis unter dem Titel "Neu-Expressionisten" gemeinsam Schöpfungen einer neuen gegenstandslosen Kunst. Diese Künstlergruppe "Quadriga", wurde häufig als erste authentische Avantgarde-Formation Deutschlands nach dem Krieg bezeichnet.

Besonders Otto Greis wurde als "bedeutendster Vertreter des deutschen Informel" bezeichnet, obwohl diese Phase nur sehr kurz war. Der Malstil von Otto Greis änderte sich schon bald nach seiner Übersiedlung in die Nähe von Paris im Jahr 1957 deutlich. Anfang der sechziger Jahre überzogen facettenreiche "Kristallstrukturen" die Bildfläche. Greis vollzog damit eine Abkehr vom Ereignisbild und kam zum Zustandsbild. Die dunklen Formen wichen einer hellen, zarten Farbigkeit, der bis dahin massive Farbauftrag einer lockeren leichten Malweise, die seine Arbeiten dann bis ins Spätwerk bestimmen sollte. 1984 kehrte Otto Greis zurück nach Deutschland. Der Künstler verstarb 2001 in Ockenheim am Rhein.

Quelle: Pressemeldung Swiss Life

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