"Meine Fotos sollen jeden aufwecken"
Ende Oktober 2009 werden seine besten Bilder in einer Ausstellung am Berliner Alexanderplatz gezeigt. Daniel Beltrá ist der Preisträger des Prince"s Rainforest Projektes (PRP) 2009, ein Sonderpreis der im Rahmen der Sony World Photography Awards vergeben wurde. Auch in diesem Jahr sind Profi- und Amateurfotografen aufgerufen, sich für die Sony World Photography Awards 2010 zu bewerben. Bis zum 4. Dezember 2009 können Foto-Enthusiasten ihre Werke unter http://www.worldphotographyawards.org einreichen.
Nach der Auszeichnung mit dem Prince"s Rainforest Project Preis beim Sony World Photography Award, haben Sie im Auftrag von Sony die wichtigsten Regenwälder der Erde bereist. Die besten Fotos werden vom 28. Oktober bis zum 7. November 2009 im Berliner Alexa Shopping Centre gezeigt. Wohin führte Sie Ihre Reise genau?
Alles begann mit dem Amazonas im März. Dort war ich für drei Wochen. Anschließend bin ich in den Kongo geflogen - ebenfalls für drei Wochen. Im Juli war ich schließlich für vier Wochen auf Sumatra und Borneo.
Das Thema Regenwald ist für Sie ja nichts Neues. Bereits seit Jahren porträtieren Sie die grünen Lungen der Erde. Was war bei diesem Projekt das ganz Besondere?
Richtig, ich habe seit 2001 schon viel am Amazonas fotografiert. Deshalb wusste ich bereits zuvor, was mich dort erwartet. Fast 18 Prozent des Regenwaldes ist bereits weg. Viehzucht und Soja-Anbau. Im Kongo ist es völlig anders: Kleinbauern holzen den Wald für ihren eigenen Lebensunterhalt ab. Großkonzerne spielen hier keine oder zumindest kaum eine Rolle. Die kongolesischen Regenwälder hatte ich jedenfalls noch nie mit eigenen Augen gesehen. Das war völlig neu für mich. Genauso die Erfahrung, innerhalb weniger Monate Regenwälder auf drei Kontinenten zu fotografieren. Das war eine sehr intensive Zeit. Besonders die letzte Reise nach Indonesien. Das Land hat bereits die Hälfte seiner Regenwälder verloren. Auf Sumatra sind 90 Prozent weg, auf Borneo sind es 70 Prozent. Eine Katastrophe. Hier sind es die großen Konzerne, die maßgeblich die Vernichtung fördern: große Palmöl-Plantagen und riesige Bergbau-Unternehmen prägen die Landschaft.
Als Fotograf hat man sicher schon Bilder im Kopf, die man unbedingt vor Ort machen will. Hatten Sie sich schon etwas Besonderes vorgenommen bevor es losging?
Ich fotografiere Urwälder oft aus der Luft. Der Überblick macht die Zerstörung besonders deutlich. So gelingt es mir, die offenen Wunden zu zeigen. Für meine Reisen in den Amazonas, den Kongo und nach Indonesien hatte ich mir vorgenommen, die Schönheit und Vielfalt der Regenwälder zu dokumentieren. Ich wollte also ein bisschen von allem fotografieren - Tiere, Pflanzen und Menschen inklusive. Bevor es losging habe ich jedenfalls eine lange Liste von Motiven gemacht, die ich unbedingt fotografieren wollte. Natürlich ändert sich viel vor Ort, trotzdem hilft mir der grobe Plan, damit mir die wesentlichen Bilder, die ich haben will, nicht aus dem Kopf gehen.
Offensichtlich liegt Ihnen das fotografische Dokumentieren von Natur- und Umweltthemen sehr am Herzen. Warum fotografieren Sie nicht viel lieber schöne Autos oder Architektur?
Schon als Kind habe ich mich sehr für die Wildnis und die Natur interessiert. Deshalb habe ich schon früh Umweltschutzorganisationen unterstützt. Das Thema hat mich also schon immer bewegt. Fotografie war für mich damals noch ein Hobby. Später wurde ich dann Fotojournalist - perfekt, um beide Interessen zusammenzuführen. Es hat sich schon immer gut angefühlt, den Zustand der Natur zu dokumentieren und aufzuzeigen wie wir weltweit mit ihr umgehen. Heute habe ich viel Erfahrung mit dem Thema. Das bedeutet: Naturfotografie ist nicht nur das, was ich am liebsten mache, sondern auch das, was ich am besten kann. Letztlich bin nicht ich wichtig bei diesem Projekt - es sind die Regenwälder. Je mehr ich tun kann, um sie zu schützen, desto besser.
Was denken Sie, können Ihre Fotos verändern?
Sie können Themen wie der Abholzung des Regenwalds zu mehr Aufmerksamkeit verhelfen. Wir kommen mit fast sieben Milliarden Menschen auf der Welt langsam aber sicher an den Punkt, an dem wir neu über unser Verhalten nachdenken sollten. Wir tragen Verantwortung für das, was geschieht. Deshalb müssen wir auch alle unseren Teil dazu beitragen, dass es besser wird. Meine Fotos sollen jeden aufwecken und dafür sorgen, dass allen, die sie sehen, bewusst wird, in welchem Zustand unsere Umwelt ist - und welche Rolle jeder einzelne dabei spielt. Je mehr Menschen sich über dieses Thema Gedanken machen, desto mehr Druck kann auf die Regierungen ausgeübt werden. Das macht Veränderungen möglich.
Um überhaupt die Möglichkeit zu haben, Bilder wie diese zu machen, braucht man einen Sponsor, der Projekte wie diese fördert. Was halten Sie von dem Engagement von Sony für das Prince"s Rainforest Project und Ihre Fotos?
Ich bin sehr dankbar für die Gelegenheit, drei der größten Urwälder der Welt in einem Jahr zu fotografieren. Ich glaube, dass Umwelt-Themen jeden betreffen - auch große Unternehmen. Sie sollten sich einmischen und ihre Möglichkeiten nutzen, um die großen Herausforderungen wie zum Beispiel die Zerstörung der Regenwälder anzugehen. Sony hat eine Kategorie des World Photography Awards dem Prince"s Rainforest Project gewidmet und wird meine Bilder auf einer europäischen Wanderausstellung in London, Paris und Berlin zeigen. Ich hoffe, viele Menschen fühlen sich von unserem gemeinsamen Projekt angesprochen und leisten ihre Unterschrift, um das Prince"s Rainforest Project zu unterstützen.
Welches Bild Ihrer diesjährigen Reise ist Ihr Lieblingsfoto?
Es gibt ein Foto von einer kleinen Insel inmitten eines klaren, blauen Sees. Das Bild habe ich im Kongo gemacht. Ich liebe das Foto, weil es einen noch unberührten Teil des Regenwaldes zeigt. Es erinnert mich daran, warum ich diese Fotos mache. Es gibt noch viel Wunderbares zu entdecken. Wir müssen nur dafür sorgen, dass es erhalten bleibt.
Quelle: Pressemeldung Sony Deutschland GmbH
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