LWL-Freilichtmuseum Detmold feiert 50-jähriges Gründungsjubiläum

22.07.2010 | Münster
Das LWL-Freilichtmuseum Detmold feiert runden Geburtstag: Am 22. Juli vor 50 Jahren fasste das "Westfalenparlament" des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) den Beschluss, in Detmold ein Freilichtmuseum aufzubauen. Seitdem hat sich das Freilichtmuseum zum größten in ganz Deutschland entwickelt.

Das Jubiläum hat der LWL mit einem Festakt am Donnerstag (22.07.) in einem Festakt gefeiert, an dem 150 geladene Gäste teilnahmen.

Aufgabe des LWL-Freilichtmuseums Detmold ist es, die ländliche Alltagskultur der vergangenen 500 Jahre in Westfalen zu zeigen. Dazu sammelt, dokumentiert und bewahrt das Museum Zeugnisse des alltäglichen Lebens, damit auch zukünftige Generationen Einblicke in das Leben ihrer Vorfahren gewinnen können.

Angesichts des Verschwindens insbesondere landwirtschaftlicher Bauten, die das Gesicht der westfälischen Landschaften über mehrere Jahrhunderte geprägt hatten, war dies 1960 ein ambitioniertes Projekt von großer Bedeutung für den LWL. "Die Ausdauer und Hartnäckigkeit, mit denen diese Gründung insbesondere seit Mitte der fünfziger Jahre vorangetrieben wurde, ist beeindruckend", erklärte Museumsleiter Dr. Jan Carstensen in seiner Rede zum Festakt. So warb etwa Prof. Josef Schepers, der spätere Leiter des Museums, unermüdlich für das landschaftliche Museumskonzept.

Die Anfänge Einen geeigneten Ort für dieses Museum zu finden, gestaltete sich zunächst schwierig: Warendorf und Soest, der Kreis Coesfeld, Dalheim und Detmold waren als Standorte im Gespräch. Schließlich fiel die Entscheidung zugunsten des Detmolder Tiergartengeländes der ehemaligen Fürsten zur Lippe und einigen Nachbargrundstücken.

Die ersten Jahre in Detmold bis 1970 kann man sich heute kaum mehr vorstellen. Der Museumsalltag sah ganz anders aus. Es gab weder Dienstfahrzeuge noch Telefonanschluss. So war der Beginn von Anfangsschwierigkeiten und durch viele Provisorien geprägt. Das "Krumme Haus" war für Schepers und einige Mitarbeiter nicht nur Arbeitsplatz, sondern auch Wohnung. Doch von derlei Schwierigkeiten ließen sich die Mitarbeiter nicht irritieren und machten das Freilichtmuseum im Laufe der Zeit zu dem, was es heute ist.

"Ruf als bedeutende Kulturinstitution" "Das LWL-Freilichtmuseum Detmold, das gleichzeitig Westfälisches Landesmuseum für Volkskunde ist, genießt inzwischen einen weit über die Grenzen Westfalens und Deutschlands hinaus reichenden Ruf als bedeutende Kulturinstitution", erklärte Michael Pavlicic, stellvertretender Vorsitzender der Landschaftsversammlung beim Festakt.

Das liegt auch darin begründet, dass das LWL-Freilichtmuseum Detmold sich und seine Konzepte stetig weiterentwickelt hat. 115 Gebäude, Themenausstellungen, die etwa auch die Migration beleuchten, und ein reichhaltiges museumspädagogisches Programm zeugen von der Vielfalt, die die Besucher täglich im Museum erleben können. "Besonders in Zeiten wirtschaftlicher Krisen und kulturellen Umbruchs ist für die Menschen einer Region eine Neubestimmung ihres Kulturverständnisses von hoher Bedeutung. Nach wie vor sieht das LWL-Freilichtmuseum seine Chancen in der Geschichtsvermittlung und in der Förderung der Kommunikation zwischen ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen", betonte Pavlicic und nannte die letztjährige Ausstellung "Angekommen. Russlanddeutsches Leben" und das Jubiläumsjahr "Planet Westfalen" als Beispiele.

Die kulturelle Bedeutung des Museums zeigte auch der Beitrag der Künstlerin Lili Fischer, die mit einer ungewöhnlichen Performance im Anschluss an den Festakt den Besuchern das Leben der Igel näherbrachte

Quelle: Pressemeldung Landschaftsverband Westfalen-Lippe

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