Feuchtwanger relaunched
Zum 50. Todestag Feuchtwangers veranstaltet die Technische Universität Berlin in Kooperation mit der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Berlin und der Stiftung Neue Synagoge Berlin eine Matinee im Centrum Judaicum. Am 21.12.1958 starb Lion Feuchtwanger im Alter von 74 Jahren in seinem US-amerikanischen Exil in Los Angeles weit weg von seiner Heimatstadt München. Wegen seiner jüdischen Herkunft und kritischen Werke verbrachte der linke Romancier und humanitäre Weltbürger, Theaterkritiker, Dichter, Essayist, Filmautor und Literat fast sein ganzes Leben im Exil.
Wir laden Sie herzlich zu dieser Veranstaltung ein und bitten Sie, in Ihrem Medium auf dieses Gespräch hinzuweisen. Bitte leiten Sie diese Information auch an Ihre Kultur-/Feuilletonredaktion weiter:
Matinee zum 50. Todestag von Lion Feuchtwanger Zeit: Sonntag, 21.12.2008, 11.00 - 15.00 Uhr
Ort: Centrum Judaicum, Seminarraum im 1. OG, Oranienburger Straße 28 - 30, 10117 Berlin - Mitte
Thomas Rieting, Chefredakteur der The Associated Press GmbH, Hans-Jürgen Röder, Chefredakteur des Evangelischen Presse-Dienstes, und Joachim Widmann, Chefredakteur der deutschen Depeschendienst GmbH, diskutieren mit Studierenden der TU Berlin und allen Interessierten darüber, ob der Tod eines jüdischen Autors ein "mitteilenswertes Ereignis" sei. Der bekannte Literatur- und Medienwissenschaftler TU-Professor Dr. em. Friedrich Knilli leitet das Streitgespräch. Im Anschluss wird der preisgekrönte Spielfilm "GOYA" nach dem Feuchtwanger-Roman "Goya oder Der arge Weg der Erkenntnis" gezeigt.
Zu den Konstanten im Leben des 1884 in München geborenen Feuchtwanger zählen seine Frau Marta, seine Bibliotheken und das Exil. Bei der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 befindet sich der gesellschaftskritische Schriftsteller gerade auf einer Vortragsreise durch die USA. Er kehrt nicht nach Deutschland zurück, sondern findet im französischen Sanary-sur-Mer eine neue Heimat. Nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs kommt er in ein französisches Internierungslager, aus dem er jedoch entkommen kann. 1940 gelingt Lion und Marta Feuchtwanger die Flucht in die USA. Drei Jahre später bezieht das Ehepaar in Los Angeles eine Villa, die bis zu ihrem Lebensende ihr Zuhause bleibt. Das weitläufige Anwesen wird bald zu einem Treffpunkt prominenter Exilanten, unter ihnen Bertolt Brecht, Thomas und Heinrich Mann, Arnold Schönberg und Albert Einstein. Auch Aldous Huxley und Charlie Chaplin sind dort zu Gast. Das Haus ist eine Stätte der Begegnung und des deutsch-amerikanischen Kulturaustauschs geworden.
Vom 7.7.2008 bis zum 7.7.2009 wird das Internationale Feuchtwanger-Jahr mit Ausstellungen, Aufführungen, Lesungen, Vorträgen zum Werk und Leben des jüdischen Schriftstellers weltweit begangen. In Berlin kann die Feuchtwanger-Ausstellung "Es ist nicht leicht, sich in der Historie des eigenen Lebens durchzufinden" bis zum 7.7.2009 in der Universitätsbibliothek der TU Berlin, Fasanenstraße 88, 10623 Berlin, besucht werden. Bis dahin ist auch das Internetportal www.feuchtwanger.de zugänglich. Die Archiv-Plattform für Journalisten mit Quellen, Quellenangaben und vorbereiteten Pressetexten zu Lion Feuchtwanger wurde ebenso wie die Ausstellung von der TU Berlin in Kooperation mit der Aufbau-Verlagsgruppe organisiert beziehungsweise eingerichtet.
Quelle: Pressemeldung Technische Universität Berlin
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