Fazit des Symposiums zur zeitgenössischen Dramatik in Berlin

12.10.2009 | Berlin
"Nichts ist älter als die Uraufführung von gestern" betitelte Moritz Rinke provokant sein Impulsreferat beim Symposium "Schleudergang neue Dramatik", das am heutigen Sonntag, dem 11. Oktober zu Ende ging.

Das vom Theatertreffen | Berliner Festspielen in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Bühnenverein veranstaltete Symposium hatte zum Ziel, den Zustand der neuen Dramatik zu definieren und eine Zukunftsperspektive aufzeichnen. An den sechs Workshops beteiligten sich in intensiven und offenen, oft selbstkritischen Gesprächen mehr als 100 Teilnehmer.

Fazit:

* Die Förderungsprogramme halten oft ihren eigenen Programmen nicht stand, indem sie zu oft und zu unterfinanzierten Bedingungen Autoren binden, deren Texte sie häufig nicht zufrieden stellend vermarkten. Die Qualität der Förderungsprogramme geht leicht in die Quantität über.

* Sie fördern ausschließlich jüngere Autoren. Hier ein klarer Appell: Die Altersgrenze für Autoren bei Förderungsprogrammen aufheben!

* Die vorhandenen Stücktexte sollen von den Verlagen und Dramaturgen besser (aufmerksamer) gelesen werden.

* Neue Stücke sollen öfter auf den großen Bühnen gespielt werden und somit den ewigen "Werkstatt"-Charakter ablegen.

* Autoren sollen besser entlohnt, sowie an den Subventionen des Theaters beteiligt werden.

* Autoren sollen stärker an Theaterhäuser gebunden werden. Hier gab es mehrere Vorschläge und Beispiele der gelungenen Zusammenarbeit. Mit dem Wunsch der Kontinuität (ein Hausautor, der frühzeitig an der Programmlinie des Hauses mitarbeitet) und der Nachhaltigkeit (jeweils die zweite und dritte Aufführung auf anderen Bühnen nach der Uraufführung) hat man beinahe Einstimmigkeit erlangt.

* Gleichzeitig stellte sich die Frage nach der Qualität der Stücktexte und der persönlichen (individuellen) Einstellung der Autoren zu einer festen Anstellung.

Mit einer Diskussion zwischen Tankred Dorst und Nis-Momme Stockmann, moderiert von Iris Laufenberg, und Lesungen neuer Stücke der beiden Autoren endete das Symposium.

Quelle: Pressemeldung Berliner Festspiele

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